Ehrenamt unter Corona: Durchhalten

Corona hat uns wieder mit Macht im Griff. Die kleinen Lockerungen werden Stück für Stück wieder zurückgefahren. Keine leichte Zeit für die Guldenhof-Community. Alle Ehrenamtsaktivitäten, bei denen mehrere Bewohner beteiligt sind, sind gestrichen. Keine Singgruppe, keine Malgruppe, keine Märchenstunde, keine Clownsbesuche und schon gar kein Kaffeenachmittag. Möglich sind noch Besuchsdienste, aber nur bei einem Bewohner und nur in dessen Zimmer. Sonst kamen die Ehrenamtlerinnen aufs Stockwerk und begrüßten  jeden, verweilten bei einem oder dem anderen, man setzte sich gemeinsam an einen Tisch. Jetzt geht es schnellen Schrittes an den enttäuschten Blicken vorbei ins Zimmer des Bewohners. Aber wenigstens das ist noch möglich und unsere zwei- und vierbeinigen Besucher tun ihr Bestes.

Eine Gruppe von sieben Personen in einem Videoanruf. Sechs Teilnehmer lächeln, jeder in seinem Fensterraster, während ein Fenster den Namen Sigrid ohne Bild zeigt. Eine Person hat im Hintergrund einen Gitarrenspieler. Im Hintergrund sind Bücherregale zu sehen.

Für uns Ehrenamtler im  Leerlauf gab es immerhin die Möglichkeit neue Fähigkeiten zu erwerben: Wir treffen uns im Videochat und alle können es inzwischen. Na ja fast! Der meistgebrauchte Satz in diesen Zeiten – so Herr Brenner – ist wahrscheinlich: „Du musst dein Mikrophon anschalten“.

Dabei könnte alles so schön sein: zum anstehenden 15. Geburtstag des Guldenhofs im kommenden Februar hat sich das Haus aufgeputzt: das ganze Erdgeschoß wurde erneuert. Die Theke, die Cafeteria, das Foyer – alles neu und schön. Die Homepage wurde modernisiert. Die kann man wenigstens besuchen und sogar ohne Maske anschauen.

Eine moderne, leere Cafeteria mit ordentlich aufgestellten Holztischen und -stühlen. Hängende runde Lampen erhellen den Raum. Gelbe Sitzkissen säumen eine Wand, und Topfpflanzen sorgen für einen Hauch von Grün. Eine Person steht neben der Theke.

Corona zeigt aber auch die Belastbarkeit und Kraft der Guldenhofmitarbeiter. Zu den strengen und fordernden Hygieneauflagen, die den Alltag anstrengender machten, kommt jetzt auch noch die Testung der Bewohner und Besucher. Da kommen schnell mal dreissig Tests und mehr am Tag zusammen. Alles zusätzlich zur normalen Arbeit. In den Pflegeheimen sind tatsächlich unsere Coronahelden.(Dr. Yvonne Kejcz, Vorsitzende)